Erfolgsrechnung

Die historisch tiefen Zinsen sowie sinkende Margen prägten auch im Geschäftsjahr 2013 das wirtschaftliche Umfeld. Der Geschäftsertrag stieg um 19.1 Prozent auf CHF 487.0 Mio. (2012: 408.9 Mio.) Davon sind CHF 79.4 Mio. auf die vorstehend beschriebenen Sonderfaktoren zurückzuführen, welche in der Erfolgsrechnungsposition «Übriger Erfolg» verbucht wurden. Bereinigt um diese Sonderfaktoren konnte der Geschäftsertrag auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden.

Der Erfolg Zinsengeschäft vor Wertberichtigungen für Kreditrisiken sank im Geschäftsjahr 2013 um 19.6 Prozent auf CHF 145.7 Mio. (2012: CHF 181.2 Mio.). Im Zinsengeschäft mit Kunden verzeichneten wir einen leichten Rückgang von 0.4 Prozent auf CHF 141.8 Mio. (2012: CHF 142.4 Mio.). Der Zinsertrag im Kundengeschäft sank um CHF 17.7 Mio. auf CHF 194.9 Mio., der Zinsaufwand im Kundengeschäft reduzierte sich um CHF 17.1 Mio. auf CHF 53.1 Mio. Die Wertberichtigungen für Kreditrisiken konnten signifikant um CHF 21.5 Mio. auf CHF 25.0 Mio. (2012: CHF 46.5 Mio.) reduziert werden. Wie erwartet entwickelten sich die Zinserträge aus Forderungen gegenüber Banken wegen historisch tiefer Zinsen und fehlender Anlagealternativen am Interbankenmarkt stark rückläufig. Sie nahmen um 60.5 Prozent auf CHF 22.5 Mio. ab (2012: CHF 56.9 Mio.). Der Zinsaufwand aus Verpflichtungen gegenüber Banken hat sich aufgrund höherer Zinsabsicherungskosten um 2.9 Prozent auf CHF 18.6 Mio. (2012: CHF 18.1 Mio.) erhöht. Mit CHF 3.9 Mio. liegt der Erfolg Zinsengeschäft Banken um 89.9 Prozent unter dem Vorjahreswert von CHF 38.9 Mio.

Der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft stieg um 3.4 Prozent auf CHF 210.4 Mio. (2012: CHF 203.5 Mio.). Die erfreuliche Marktentwicklung wirkte sich positiv auf die Aktivitäten unserer Kunden aus. Die Courtagenerträge erhöhten sich um 8.0 Prozent. Ebenfalls konnten um 5.3 Prozent höhere Erträge aus der Vermögensverwaltung und dem Anlagegeschäft sowie um 9.0 Prozent höhere Erträge aus dem Fondsmanagement erzielt werden.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft erhöhte sich signifikant auf CHF 58.6 Mio. (2012: CHF 18.6 Mio.). Während im Geschäftsjahr 2012 Zinsabsicherungskosten von CHF 10.7 Mio. verbucht wurden, resultierte im 2013 aufgrund gestiegener mittel- und langfristiger Marktzinsen ein Erfolg aus Zinsswaps von CHF 30.3 Mio. Der Kundenhandel mit Devisen, Valuten und Edelmetallen reduzierte sich um 1.8 Prozent auf CHF 28.1 Mio.

Der Erfolg aus Finanzanlagen zum Fair Value bewertet betrug CHF 15.6 Mio. Das sind 64.5 Prozent weniger als im Vorjahr (2012: CHF 44.1 Mio.). Als Folge der gestiegenen mittel- und langfristigen Marktzinsen resultieren aus den Investitionen in verzinste Anlagen nicht realisierte Kursverluste. Aus der positiven Kursentwicklung an den Aktienmärkten konnten gleichzeitig nicht realisierte Kursgewinne verbucht werden. Netto betrugen die Kurserfolge CHF 3.3 Mio. gegenüber CHF 31.6 Mio. im Vorjahr. Die Einnahmen aus Zinsen und Dividenden lagen mit CHF 12.4 Mio. auf Vorjahresniveau.

Der übrige Erfolg betrug CHF 81.5 Mio. (2012: CHF 8.0 Mio.). Die oben erwähnten Sondereffekte im Geschäftsertrag von CHF 79.4 Mio. sind vollumfänglich in diese Erfolgsrechnungsposition eingeflossen. Dieser setzt sich hauptsächlich zusammen aus CHF 55.4 Mio. Wertveränderung einer Kaufpreisverpflichtung und CHF 22.0 Mio. aus der Schliessung der LLB (Schweiz) AG. Der definitive Veräusserungserlös aus dem Verkauf der Zweigniederlassung Lugano ist abhängig von diversen Parametern. Aufgrund dessen könnte sich der Veräusserungserlös verändern, was zu einem Ertrag bzw. Aufwand im Geschäftsjahr 2014 bzw. 2015 führen könnte. Ohne Sonderfaktoren würde der übrige Erfolg für das Geschäftsjahr 2013 CHF 2.1 Mio. betragen.

Geschäftsertrag 2013

CHF 487.0 Millionen

Geschäftsertrag 2013 (Tortendiagramm)

Der Geschäftsaufwand erreichte CHF 426.0 Mio. und liegt um CHF 125.1 Mio. über dem Vorjahr von CHF 300.9 Mio. Während 2012 eine einmalige Personalaufwandsminderung durch den Primatwechsel der Personalvorsorgestiftung der Liechtensteinischen Landesbank AG von CHF 19.8 Mio. den Geschäftsaufwand reduzierte, belasteten einmalige Aufwendungen aus Sonderfaktoren in Höhe von CHF 138.0 Mio. den Geschäftsaufwand im Geschäftsjahr 2013. Ohne diese Sonderfaktoren hätte sich der Geschäftsaufwand um CHF 32.7 Mio. bzw. 10.2 Prozent reduziert.

Der Personalaufwand lag mit CHF 173.2 Mio. um 5.9 Prozent über dem Vorjahr (2012: CHF 163.6 Mio.). Bereinigt um die Aufwandsreduktion von CHF 19.8 Mio. durch den Primatwechsel 2012 und einmaligen Sonderfaktoren im 2013 von CHF 7.2 Mio. läge der Personalaufwand CHF 17.4 Mio. beziehungsweise 9.5 Prozent unter dem Vorjahr. Die Sonderfaktoren ergeben sich aus Restrukturierungsrückstellungen und Kosten im Zusammenhang mit dem Verkauf der LLB (Schweiz) AG in der Höhe von CHF 8.7 Mio. sowie um CHF 1.5 Mio. tiefere Vorsorgeverpflichtungen im Zusammenhang mit dem Verkauf der Jura Trust AG. Die Vollzeitstellen der LLB-Gruppe sanken um 15.1 Prozent auf 925 (31.12.2012: 1'090).

Der Sachaufwand der LLB-Gruppe lag im Geschäftsjahr 2013 bei CHF 194.1 Mio. (2012: CHF 102.7 Mio.) und damit CHF 91.4 Mio. bzw. 89.0 Prozent über dem Vorjahr. Dies aufgrund von Sonderfaktoren von CHF 115.9 Mio. Dazu zählen die Wertberechtigungen auf Goodwill im Umfang von CHF 81.7 Mio., die Rückstellungen für US-Risiken von CHF 33.2 Mio. und Restrukturierungskosten von CHF 1.0 Mio. Ohne diese Sonderfaktoren läge der Sachaufwand bei CHF 78.2 Mio., was gegenüber dem Vorjahr einer Reduktion um CHF 24.5 Mio. bzw. 23.8 Prozent entspricht. Einsparungen wurden hauptsächlich in den Bereichen Marketing und Public Relations, Maschinen und Einrichtungen sowie bei Beratungshonoraren erzielt.

Die Einsparungen im Personal- und Sachaufwand sind Ausdruck der konsequenten Umsetzung des Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramms.

Abschreibungen und Amortisationen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um CHF 24.1 Mio. auf CHF 58.7 Mio. (2012: CHF 34.6 Mio.). Sonderfaktoren belasten diese Erfolgsrechnungsposition mit CHF 14.9 Mio. Diese ergeben sich aus zusätzlichen Abschreibungen von Liegenschaften und immateriellen Werten im Zusammenhang mit der Schliessung der LLB (Schweiz) AG sowie aus ausserordentlichen Abschreibungen als Folge der Restrukturierung des Geschäftsstellennetzes. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die ordentlichen Abschreibungen um CHF 9.2 Mio. Dieser Mehraufwand ist im Wesentlichen auf die erstmalige Abschreibung der Investitionen in das Rechenzentrum Eschen sowie auf nachgeholte Abschreibungen für die im 2013 wieder voll konsolidierte swisspartners-Gruppe zurückzuführen.

Die Cost-Income-Ratio lag für das Geschäftsjahr 2013 bei 67.7 Prozent (2012: 62.3 %). Die Kennzahl wird wie folgt berechnet: Geschäftsaufwand (ohne Rückstellungen für Rechts- und Prozessrisiken, Wertberichtigung aus zur Veräusserung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Wertberichtigung aus Goodwill) im Verhältnis zum Geschäftsertrag (ohne Wertberichtigung für Kreditrisiken und Wertveränderung der Kaufpreisverbindlichkeiten aus Akquisition). Sonderfaktoren werden somit beseitigt und eine der operativen Geschäftstätigkeit entsprechende Cost-Income-Ratio abgebildet.

IAS 19 (überarbeitet) regelt Leistungen an Arbeitgeber und schreibt eine retrospektive Anwendung vor. Die Werte der Vergleichsperioden der Erfolgsrechnung, der Gesamtergebnisrechnung, der Bilanz und der Eigenkapitalentwicklung wurden entsprechend angepasst. Die Vorsorgeverpflichtung hat sich dadurch per 1. Januar 2012, bereinigt um latente Steuern, um CHF 9.8 Mio. auf CHF 109.5 Mio. reduziert. Per 31. Dezember 2012 betrug die Vorsorgeverpflichtung CHF 80.8 Mio., wobei neben IAS 19 (überarbeitet) auch der positive einmaligen Effekt aus dem Primatwechsel zur Reduktion beitrug. Die sonstigen Reserven per 1. Januar 2012 reduzierten sich um CHF 9.4 Mio. und das Eigenkapital, das den Minderheiten zusteht, erhöhte sich um CHF 0.4 Mio. Das Eigenkapital der LLB-Gruppe stieg von CHF 1'641.7 Mio. auf CHF 1'651.5 Mio. per 1. Januar 2012. Auf die Erfolgsrechnung hatte IAS 19 (überarbeitet) keinen wesentlichen Einfluss. Der Vorsorgeaufwand für Geschäftsjahr 2012 erhöhte sich um CHF 2.8 Mio. Das Gesamtergebnis für die Periode, die am 31. Dezember 2012 endet, erhöhte sich von CHF 100.1 Mio. auf CHF 102.1 Mio. Siehe hierzu Ziffer 2.1 der Rechnungslegungsgrundsätze.

Zum 1. Januar 2014 wird die LLB-Gruppe ein neues Vergütungsmodell einführen, damit verbunden ist ein einmaliger Vorsorgeaufwand per 31. Dezember 2013 von CHF 4.0 Mio. (siehe Ausführungen hierzu unter Ziffer 2.1 der Rechnungslegungsgrundsätze).

nach oben