Retail & Corporate Banking

Privat- und Firmenkunden

Das Retail & Corporate Banking der LLB-Gruppe umfasst zum einen das Kredit-, Einlagen- und Zahlungsverkehrsgeschäft mit Privatkunden aus Liechtenstein und der Schweiz sowie das Anlage- und Vermögensverwaltungsgeschäft mit einem verfügbaren Vermögen bis zu CHF 0.5 Mio. Zum anderen besitzt es einen hohen Stellenwert für die Liechtensteiner und die Ostschweizer Wirtschaft. Der Fokus des Firmenkundengeschäfts liegt auf vielfältigen Dienstleistungen für kleinere und mittlere Unternehmen (KMUs) (siehe Kapitel «Retail & Corporate Banking»). 2013 erwirtschaftete die Division Retail & Corporate Banking der LLB-Gruppe Erträge in Höhe von CHF 118.3 Mio. (2012: CHF 98.4 Mio).

Stärkster Ertragspfeiler war mit CHF 85.5 Mio. (2012: CHF 72.3 Mio.) auch im Jahr 2013 das Zinsdifferenzgeschäft. Im Hypothekargeschäft in Liechtenstein konnte die LLB AG als Marktführerin mit einem Plus von 1.5 Prozent ihre Position weiter festigen. Die Tochtergesellschaft Bank Linth hat das Hypothekarvolumen um 6.0 Prozent ausgebaut. Insgesamt verlangsamte sich das Wachstum auf hohem Niveau. Vor dem Hintergrund historisch tiefer Zinssätze und angesichts eines intensiven Wettbewerbs gingen die Zinsmargen im Passivgeschäft weiter zurück. Die Kunden setzten auf Sicherheit, so betrafen viele Kreditanfragen langfristige Festhypotheken. 2013 hat die LLB ihre Kreditpolitik weiterentwickelt und die Trennung von Markt und Marktfolge optimiert. Eine konservative Ausleihungspolitik sichert ein qualitativ hochstehendes Hypothekenportfolio.

Immobilienmarkt Liechtenstein

Das Hypothekarvolumen in Liechtenstein ist auf ein im internationalen Vergleich hohes Niveau gestiegen. Das Risiko einer Immobilienblase, eines Preiszerfalls von Immobilien in Liechtenstein, schätzte die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) in einer Studie vom April 2013 «eher tief» ein. Der Liechtensteiner Hypothekarmarkt ist geprägt durch historisch niedrige Zinsen, überproportional zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zunehmende Hypothekarforderungen und eine hohe Wettbewerbsintensität. Liechtenstein weist gemessen am Bruttoinlandsprodukt im internationalen Vergleich eine sehr hohe Hypothekarverschuldung auf. Der Kauf einer Immobilie in Liechtenstein ist zu einem relativ hohen Teil mit Eigenmitteln finanziert.

Die Liechtensteinische Landesbank verfolgt eine konservative Kreditvergabe hinsichtlich Belehnungswert, Eigenkapital und Tragbarkeit. Sie ist mit einem Marktanteil von rund 50 Prozent Marktführerin in Liechtenstein. 2013 entfielen 78.1 Prozent (2012: 76.6 %) der Kreditausleihungen im Retail & Corporate Banking auf Hypotheken. Dies entspricht CHF 4.2 Mia. (2012: CHF 4.2 Mia.). Während das Volumen im privaten liechtensteinischen Wohnungsbau in den letzten Jahren stark anzog, war 2013 eine Bodenbildung zu erkennen. Es besteht ein gewisses Überangebot an Büro- und Gewerbebauten, bei Wohnungen sind mehr Leerstände zu beobachten.

Immobilienmarkt Schweiz

Seit bald vier Jahren warnt die Schweizerische Nationalbank (SNB) regelmässig vor den Risiken im Schweizer Hypothekar- und Immobilienmarkt, und auch der Stand des entsprechenden Index der UBS unterstreicht die Gefahr einer Blasenbildung. Mit der Aktivierung des antizyklischen Kapitalpuffers (AZP) wurde ein erstes Mal bremsend eingegriffen. Das Instrument ist eine Komponente des Basel III-Regelwerks. Die Banken sind dadurch seit September 2013 verpflichtet, ihre Eigenmittel für Wohnbauhypotheken um 1 Prozent aufzustocken. Im Januar 2014 hat der Schweizer Bundesrat auf Antrag der SNB beschlossen, den AZP zu verdoppeln: Banken sind ab 30. Juni 2014 verpflichtet, zusätzliche Eigenmittel von 2 Prozent der ausgegebenen Hypothekarkredite zur Finanzierung von Wohnliegenschaften in der Schweiz zu halten. Der Bundesrat geht, gestützt auf die Prognose der UBS, davon aus, dass die Immobilienpreise 2014 nochmals steigen werden.

Aus geografischer Sicht liess die Preisdynamik 2013 laut Immobilienfachleuten zuletzt in den am ehesten von einer Überhitzung betroffenen Zentren wie Genf und Zürich weiter nach. Teilweise waren sogar rückläufige Preise zu beobachten, wie etwa bei Einfamilienhäusern in der Genferseeregion. Stattdessen beschleunigte sich der Preisauftrieb in bisher «günstigen» Gemeinden, die vorwiegend in ländlichen Regionen der Kantone Bern, Neuenburg, Freiburg, Schaffhausen und Schwyz liegen. Dazu zählt im Marktgebiet der Bank Linth auch die Region March.

Mit einem Marktanteil von 10 bis 20 Prozent ist die Bank Linth in ihrer Region ein wichtiger Player für Immobilienfinanzierungen. Das Hypothekargeschäft ist die wichtigste Ertragsquelle, auf diese entfallen 94.3 Prozent der Kundenausleihungen. 2013 nahmen die Hypothekarforderungen um 6.0 Prozent auf CHF 4.7 Mia. (2012: CHF 4.4 Mia.) zu. Bei hochpreisigen Eigenheimen und bei Gewerbeobjekten ist im Immobilienmarkt Ostschweiz die Nachfrage zurückgegangen. Ein Trend, der voraussichtlich anhalten wird.

Betriebliche und private Vorsorge

Die Kunden der LLB-Gruppe profitieren von einem ganzheitlichen Betreuungsansatz. Dazu bauen wir auch den Bereich private und betriebliche Altersvorsorge stetig weiter aus. So hat sich die Liechtensteinische Landesbank AG auf dem Vorsorgeplatz Liechtenstein als Kompetenzzentrum für die betriebliche und private Altersvorsorge etabliert.

Das Vorsorgekapital der LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein verzeichnete vor allem aufgrund der erfreulichen Entwicklung der Aktienmärkte per 31. Dezember 2013 ein Wachstum auf CHF 413 Mio. (2012: CHF 348 Mio). Die Vorsorgestiftung betreute 345 (2012: 329) Unternehmen mit 4'082 (2012: 3'895) aktiv Versicherten. Der Schweizer ALVOSO LLB Pensionskasse waren 249 (2012: 255) Unternehmen mit 1'493 (2012: 1'350) Mitarbeitenden angeschlossen. Das Vorsorgekapital belief sich auf CHF 200 Mio. (2012: CHF 175 Mio.).

Die Verzinsung der Alterskapitalien der Versicherten der LLB Vorsorgestiftung lag bei der Anlagestrategie «Konservativ» bei 2.5 und bei der Anlagestrategie «Dynamisch» bei 3 Prozent (2012: 2.5 %). Die jährlichen Altersgutschriften betrugen rund CHF 27.4 Mio. (2012: CHF 27 Mio.). Nach Grösse und Marktanteilen belegt die LLB Vorsorgestiftung als jüngste Vorsorgestiftung des Landes Platz zwei unter den unabhängigen Sammelstiftungen in Liechtenstein.

Da angesichts des demografischen Wandels die Berechnung von Rentendauer und Rentenhöhe immer wichtiger wird, hat die LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein 2013 den technischen Zinssatz auf 3 Prozent (2012: 3.5 %) gesenkt. Dieser Zinssatz drückt die zukünftige Renditeerwartung aus, mit der wir langfristig rechnen. Mit dem technischen Zins direkt verbunden ist der Rentenumwandlungssatz. 2013 wandelte die LLB Vorsorgestiftung die Altersguthaben bei Pensionierung mit einem Satz von 7 Prozent in eine Rente um. Ab 2015 wird dieser Umwandlungssatz auf 6.8 Prozent reduziert. Ein versicherungstechnisch korrekter Umwandlungssatz liegt im Interesse aller Versicherten. Die LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein verfügt über eine sehr gute Versichertenstruktur: Einem Rentner stehen 48 aktive Versicherte gegenüber.

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